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Intensivstationen sind kein Ort, an dem man sich wohlfühlt: Laut, hektisch, das Licht zu grell. Ausgerechnet dort, wo die Körper kranker Menschen so gut überwacht werden, gerät ihr Gehirn in Gefahr.

 

Als Melissa Akers die Augen aufschlug, konnte sie ihre Arme nicht bewegen und kein Wort hervorbringen. Menschen betraten den Raum, in dem sie lag. Sie sah ihre Gesichter und hörte sie sprechen. Aber die Menschen sprachen nicht mit ihr. Sie schienen sie gar nicht zu bemerken, und sie selbst konnte sich nicht bemerkbar machen.

Zwischen die Stimmen mischte sich ein Geräusch, das sie an Fahrstuhltüren denken ließ. "Ding-Ding", hörte Melissa Akers. Türen öffneten und schlossen sich, so kam es ihr vor. Ding-Ding. Ding-Ding. Hunderte Male am Tag. Ruhe, dachte Akers. Wenn bloß Ruhe wäre. Wenn bloß jemand ihre Arme lösen würde, die an das Bett geschnallt neben ihrem Oberkörper lagen. Wo war sie denn überhaupt? Wie war sie in diese Lage geraten, das fragte sie sich.

"Es war so irritierend und nervig, und ich konnte nichts tun, damit es endlich aufhörte." Melissa Akers lag auf einer Intensivstation, nach einer verschleppten Grippe hatte ihre Lunge versagt. Sie war im Vanderbilt-Krankenhaus in Nashville, Bundesstaat Tennessee, USA. Aber das wusste sie nicht mehr, schon gar nicht, wie sie dort hingekommen war. Die Ärzte hatten sie an das Bett geschnallt, zu ihrer eigenen Sicherheit. Einen Fahrstuhl gab es übrigens nicht in der Nähe des Raums, in dem sie lag. Melissa Akers, 49 Jahre alt, hatte ein Delirium.

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Quelle: Die Welt