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Écrit par Steve MACK Dimanche, 11 Septembre 2011 11:07
Berlin – In mehr als drei Viertel der Kliniken fehlen Instrumente für einen besseren Infektionsschutz. Dazu gehören zum Beispiel elektronische Systeme zur Erfassung von Antibiotikagaben. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI).
Die Fachgesellschaft warnte, ohne diese und weitere Qualitätsmerkmale sei das überarbeitete Infektionsschutzgesetz (IfSG) zum Scheitern verurteilt. Es verpflichtet Krankenhäuser unter anderem, Hygieneärzte zu beschäftigen und Infektionen früher zu melden. „Die Überarbeitung des Gesetztes war dringend notwendig und ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Jürgen Schüttler, Kongress-Präsident des Hauptstadtkongresses der DGAI für Anästhesiologie und Intensivtherapie 2011 und Direktor der Anästhesiologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen. Antibiotika-Resistenzen hätten sich in den letzten Jahren dramatisch ausgebreitet. Ursache sei der unkontrollierte Einsatz von Antibiotika.
Damit das neue Hygiene-Gesetz die Infektionsraten senkt, braucht es laut DGAI präventive Strategien, die eine Übertragung verhindern. Es fehlten jedoch Erfassungssysteme, die einfache Maßnahmen wie Handhygiene und den Verbrauch an Desinfektionsmitteln überprüften. Auch die technischen Voraussetzungen, um die unnötige Gabe von Antibiotika zu vermeiden, seien nicht gegeben.
Die DGAI empfiehlt elektronische Patientenkurven (PDMS). Sie registrieren Patientendaten im Minutentakt und überwachen auch die Auswahl und Dauer der Antibiotikaverordnung. „Aber in Deutschland verfügen noch nicht einmal 20 Prozent der Intensivstationen über ein PDMS“, beklagte Maria Deja von der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin der Berliner Charité.
Quelle: www.aerzteblatt.de
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